Facialisparese

Die Krankheit Fazialisparese betrifft die Gesichtsmuskulatur, die vom 7. Hirnnerv „Nervus Facialis“ versorgt wird.

Bei etwa 75 Prozent aller Fälle ist die Ursache unbekannt. Bei den restlichen 25 Prozent vermutet man als Hintergrund bestimmte Auslöser, wie zum Beispiel Infektionen, Verletzungen, Tumoren oder eine Primärkrankheit, die diese Schädigung auslöst. Infektionen können beispielsweise eine virale Meningitis sein, eine Tuberkulose, auch das Pfeiffersche Drüsenfieber oder eine Borreliose (durch Zeckenbiss). Auch die Infektionskrankheit HIV kann die Fazialisparese auslösen. Schnittverletzungen im lateralen Gesichtsbereich können Auslöser sein, wie auch Brüche des Felsenbeins, oder fehlerhafte ärztliche Eingriffe. Bestimmte Tumoren können diese Lähmungen im Gesicht ebenfalls auslösen.

Die Lähmung äußert sich durch den totalen Ausfall der Gesichtsmuskulatur auf einer Seite des Gesichts, und zwar durch einen hängenden Mundwinkel, der Unfähigkeit, das Augenlid zu schließen, der Unfähigkeit, den Mund komplett zu schließen. Die Optik ist ähnlich wie nach einem Schlaganfall.

Eine Therapie muss sich an der Ursache orientieren. In der Regel erfolgt eine medikamentöse Therapie mit Glucocorticoiden über mehrere Tage in einer hohen Dosis und einer anschließenden, wochenlangen Nachbehandlung in einer niedrigeren Dosis. Sauerstofftherapien haben bisher gute Ergebnisse gebracht, allerdings nur wenn sie zusätzlich angewandt wird. Wenn es dem Patienten nicht möglich ist, die Augenlider zu schließen, muss über Nacht ein Verband angelegt werden, sonst trocknet die Hornhaut des Auges auf. Eine Physiotherapie, die sich voll auf die Gesichtsmuskulatur konzentriert, sollte zusätzlich wahrgenommen werden.

Verschwindet die Lähmung nicht durch medikamentöse Therapie, bleibt noch immer die Möglichkeit einer Operation.

Die Prognose bei dieser Krankheit ist so unterschiedlich wie die Ursachen, die dieser Krankheit zugrunde liegen können. Wichtig ist grundsätzlich, dass der Patient, sobald diese Lähmungen auffallen, sofort ärztliche Hilfe erhält. Dies auch schon in Hinsicht darauf, dass die Gesichtslähmung ebenso durch einen Schlaganfall ausgelöst werden könnte, denn bezüglich der Gesichtsmuskulatur sind die Symptome ähnlich.

Hier gilt, je schneller der Patient ärztliche Hilfe erhält, um so besser die Aussicht auf Heilung. Für Angehörige gilt, auf keinen Fall abzuwarten bis der Hausarzt zur Stelle ist, schon gar nicht über Nacht, sondern stattdessen lieber sofort den Notarzt rufen und den Patienten sofort in das nächste Krankenhaus verbringen zu lassen.