Amyotrophe Lateralsklerose / ALS

ALS ist die Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose, und hierbei handelt es sich um eine degenerative Erkrankung der Nerven, welches die Motorik betrifft. Diese Krankheit tritt in der Regel nach dem 50. Lebensjahr auf und betrifft Männer etwas häufiger als Frauen.

Die Ursachen der Krankheit sind bisher unbekannt. Es gibt eine familiäre Form der ALS, die erblich bedingt ist. Bei den bekannten Fällen wurden verschiedene Mutationen im Gen SOD-1 gefunden. Man vermutet, dass Stress ein Auslöser ist. Mögliche Ursache könnte auch das Protein TDP-43 sein, das auch als Auslöser für Demenzerkrankungen gilt. Neue Forschungsergebnisse aus den Niederlanden belegen, dass eine Ernährung mit viel Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren das Erkrankungsrisiko senkt.

Es gibt keine Kardinalsymptome, aufgrund dessen ist eine Diagnose sehr schwierig. ALS löst Lähmungen der gesamten Körpermuskulatur aus, die irgendwann auch die Atemmuskulatur betrifft. Die Patienten erkranken häufig an Lungenentzündungen, da auf Grund der Lähmung der Atemmuskulatur die Lungen nicht mehr bestimmungsgemäß arbeiten können. Das Schlucken von Speisen und Getränken fällt immer schwerer, da auch diese Funktionen betroffen sind. Es besteht grundsätzlich Gefahr, dass Speisen in die Atemwege gelangen und der Patient daran erstickt.

Die Prognose bei dieser Diagnosestellung ist sehr schlecht, die meisten diagnostizierten Patienten haben noch eine Lebenserwartung von drei bis fünf Jahren. Patienten mit Schluckproblemen sterben schneller, meist ersticken sie. Grundsätzlich ist es jedoch sehr schwer, diese Diagnose überhaupt stellen zu können, da es eher mehrere Symptome in Kombination sind, die den Verdacht auf ALS nahelegen. Diese Symptome jedoch werden oftmals auch anderen neurologischen Krankheiten zugeordnet. Die Patienten klagen im Allgemeinen über Muskelschwäche, Muskelschwund, oder kleinere Muskelzuckungen in bestimmten Gliedmaßen. Diese Symptome lassen jedoch nicht unbedingt auf ALS schließen, sondern haben oftmals andere Ursache. Auch an gelähmten Körperteilen sind noch Reflexe für eine ganze Weile nachweisbar und sind sogar deutlich stärker als beim gesunden Menschen. An ALS erkrankte Menschen weisen oftmals einen Kontrollverlust auf beim Lachen oder Weinen, dies muss jedoch nicht der Fall sein. Dem Verdacht auf diese mögliche Diagnose folgt in der Regel eine Muskel- oder Nervenbiopsie.

Bei der Autopsie von verstorbenen ALS-Patienten erkannte man, dass es durchaus einen Substanzverlust an der Cortex des Großhirns gibt, als auch an ausschlaggebenden Stellen des Rückenmarks.

Leider gibt es noch keine wirksamen Therapien gegen ALS, eine Tatsache die nicht verwundert, kennt man doch noch nicht einmal die Auslöser dieser Krankheit, die innerhalb kürzester Zeit zum Tod führt. „Rilutek“ ist ein Medikament, das in diesen Fällen verschrieben wird, aber diese Krankheit nicht heilen kann, sondern stattdessen das Leben des Patienten um schätzungsweise drei Monate verlängert. Gegen die Spastiken müssen weitere Medikamente verschrieben werden, um dem Patienten Erleichterungen zu verschaffen, und begleitend könnte eine Physiotherapie hilfreich sein.